Über [U25]

[U25] ist ein kostenloses und anonymes Mailberatungsangebot für suizidgefährdete Jugendliche. Mails wie die von Anja (17 Jahre) erreichen das Projekt täglich:

„Hallo, ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Ich bin jetzt 17 und vor 1 Jahr war es schon mal so schlimm und jetzt fängt es wieder an. Damals dachte ich, mit dem Psychologen ist dann alles gut… Bis vor 2 Monaten war es auch noch ganz OK, da habe ich mich auf meinen Freund konzentriert, aber jetzt ist er für ein Jahr nach Australien gegangen und mir entgleitet wieder der Boden… Ich habe Angst, dass ich wieder falle, aber ich kann nicht mehr. Ich kann mich nicht jedes mal wieder selbst stützen… Und auch wenn mich wieder jemand fangen würde… wie geht es dann weiter? Dann bin ich für ein paar Monate stabil und dann… bisher ging es dann immer wieder runter irgendwann. Ich will dieses Auf und Ab nicht mehr, ich will nur noch Stille um mich haben. Ich weiß wie schnell es bei mir umschlagen kann und wenn es wieder so wird wie vor einem Jahr, dann… Es ist schon jetzt schlimm genug, ich weiß gar nicht, warum ich es nicht gleich tue, warum ich hier überhaupt noch schreibe. Wenn es so weiter geht, bin ich zum Handeln gezwungen. Ich ertrage mich nicht mehr… Anja“

 

Dies sind die drei Grundprinzipien der Beratung bei [U25]:

Onlineberatung

[U25] ist ein reines Mailberatungs-Angebot. Die Vorteile dieses Ansatzes liegen in der Anonymität, der Niedrigschwelligkeit und in der Tatsache, dass das Internet das von Jugendlichen vorwiegend genutzte Medium ist.

Peerprinzip

Peerberatung bedeutet, dass die Ratsuchenden bei [U25] von etwa gleich alten Jugendlichen beraten werden. Diese werden in einer 6-monatigen Ausbildung umfassend auf die Beratungstätigkeit vorbereitet.

Ehrenamt

Die jungen Peerberater arbeiten ehrenamtlich, das heißt ohne Vergütung. Pro [U25]-Standort gibt es aber eine hauptamtlich tätige Teamleiterin, welche die jungen Berater(innen) ausbildet und begleitet.

 

So ist [U25] entstanden

Das 2002 vom Arbeitskreis Leben Freiburg gegründete Mailberatungsangebot [U25] wurde 2013 unter Federführung des Deutschen Caritasverbandes auf vier neue Standorte ausgeweitet. Hintergrund war, dass zuletzt in Freiburg über 80% der Erstanfragen aufgrund von zu geringer Kapazität abgewiesen werden mussten.

Seitdem beraten nun auch junge Ehrenamtliche von Berlin, Dresden, Gelsenkirchen und Hamburg aus.

Damit erreicht das Projekt nicht nur eine Erhöhung der Zahl der ehrenamtlichen Berater(innen) sondern macht ab sofort auch bundesweit auf das medial unterrepräsentierte Themenfeld Suizid aufmerksam.

Da die Zahl der Anfragen nach wie vor höher als die Kapazitäten der ehrenamtlichen Peerberater ist, wurde das Projekt 2015 um noch einmal drei neue Standorte (Biberach, Dortmund, Paderborn) erweitert.