Mobbing

Ausgrenzungserfahrungen können stark belasten. Mobbing kann dabei nicht mehr nur in Schule oder im privaten Umfeld, sondern ebenfalls online (Cybermobbing) geschehen. Mobbing kann psychische und/oder körperliche Verletzungen bei Betroffenen erzeugen und zu einer hohen emotionalen Belastung führen.

Mobbing

In der Verhaltensforschung bezeichnete Konrad Lorenz aggressives Verhalten von mehreren Tieren gegenüber einem einzelnen als Mobbing. Dieser Begriff wird heute auf das Verhalten zwischen Menschen übertragen, sodass man von Mobbing spricht, wenn ein einzelner Mensch über einen längeren Zeitraum wiederholt den negativen Handlungen anderer Menschen ausgesetzt ist. Der*die Täter*innen sind nicht grundsätzlich stärker oder mächtiger, erst dadurch, dass sie einen anderen Menschen unterdrücken, bringen sie sich eine höhere Machtposition. Solche negativen Handlungen können sowohl körperliche Gewalt als auch das ständige Nachäffen eines*r Schüler*in sein, aber auch die ständige Nichtbeachtung einer Person ist Mobbing.

In der Schule kann es vorkommen, dass die Vorfälle als spielerische Streitereien gelesen werden, die in der Pubertät vollkommen normal sein können.

Gründe für Schüler*innen einen anderen systematisch zu mobben, können ganz unterschiedlich sein. Es kann sein, dass die Täter*innen mit ihrem Handeln versuchen, eigene Unsicherheiten zu kompensieren.

Pädagog*innen spielen eine entscheidende Rolle bei der Prävention und Intervention gegen Mobbing. Was getan werden kann:

  • Schaffung einer positiven Schulkultur:
    • Fördere eine Atmosphäre von Respekt, Toleranz und Akzeptanz in der Schule.
    • Gemeinsame Werte und Normen betonen, die ein respektvolles Miteinander fördern.
  • Sensibilisierung und Aufklärung:
    • Schulungen für Schüler*innen und Lehrkräfte anbieten, um das Bewusstsein für Mobbing zu schärfen.
    • Schüler*innen über die verschiedenen Formen von Mobbing aufklären, damit sie sie erkennen und melden können.
  • Einbindung der Eltern:
    • Eltern über Mobbingprävention informieren 
    • regelmäßige Eltern-Lehrer*innen-Gespräche, um mögliche Probleme zu besprechen
  • Konfliktlösungsfähigkeiten fördern:
    • Programme zur Förderung von Konfliktlösungsfähigkeiten integrieren, um den Schüler*innen alternative Wege zur Bewältigung von Konflikten aufzuzeigen.
  • Ermutigung der Meldung:
    • sicheren Raum schaffen, in dem Schüler*innen Bedenken und Vorfälle melden können, ohne Angst vor Repressalien zu haben.
    • für angemessene Vertraulichkeit sorgen, wenn Schüler*innen Mobbing melden.

Cybermobbing

Durch eine Studie (JIM) fand der medienpädagogische Forschungsbund Südwest heraus, dass alle befragten Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren Zugang zu einem Computer oder Laptop haben, wobei bei 99 % ein Internetzugang möglich ist. 89% aller Befragten gaben außerdem an, täglich oder mehrmals in der Woche das Internet zu nutzen. Gerade die Kommunikation über soziale Medien, Messenger oder Online-Spiele sind vielen Jugendlichen wichtig. Durch die Nutzung von Smartphones ist der Zugang zu solchen Kommunikationsplattformen nicht mehr auf einen Standort begrenzt, sondern von überall möglich.

Diese Plattformen können nicht nur dazu genutzt werden, um mit Freund*innen zu sprechen oder neue Leute kennen zu lernen, immer öfter kommt es auch im Internet zu Mobbingvorfällen. So ergab die JIM-Studie, dass jede*r siebte Jugendliche schon einmal Opfer von peinlichen oder beleidigenden Kommentaren oder Bildern geworden ist. Wie im persönlichen Kontakt kann es auch online bei kleinen Späßen bleiben, wenn jedoch über einen längeren Zeitraum eine einzige Person Opfer solcher Angriffe bleibt, spricht man von Cybermobbing.

Wenn man Menschen übers Internet kennenlernt, sollte man sich immer dessen bewusst sein, dass das Gegenüber nur das von sich preisgibt, was er*sie möchte beziehungsweise sich vollkommen neu erfinden kann. Daher kann es gefährlich sein, einem fremden Menschen Informationen von sich preiszugeben, auch wenn er*sie einem durch den Online-Kontakt sehr vertraut erscheint.

Das Problem beim Cybermobbing ist, dass solche Angriffe sehr schnell weite Kreise ziehen können, sodass sich immer mehr Internetnutzer*innen an den Mobbingattacken beteiligen können. Und einmal ins Netz gestellte Bilder oder Kommentare sind nur schwer oder überhaupt nicht mehr rückgängig zu machen. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, was man online stellt und wer darauf Zugriff hat. So kann man beispielsweise bei den Sicherheitseinstellungen seiner Instagram oder TikTok Seite darauf achten, Bilder und Aktivitäten nur für ausgewählte Personen sichtbar zu machen. 

Mehr Infos oder Hilfe findet ihr bei der Initiative der EU für mehr Sicherheit im Internet auf  www.klicksafe.de

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