Sucht

Suchterkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen und sind psychosomatisch, haben also Auswirkung auf Psyche und Körper. Betroffene können abhängig von Substanzen oder von Verhalten sein. Der Entzug einiger Substanzen muss zwingend professionell erfolgen, da dieser ohne medizinische Betreuung tödlich verlaufen kann.

Sucht

Sucht ist ein sehr vielfältiges Thema, dass sowohl von den Betroffenen als auch von ihrem Umfeld den Lebensalltag stark beeinflussen kann. Derzeit ist davon auszugehen, dass rund 8,2 Millionen erwachsene Menschen in Deutschland süchtig sind. 

Betroffene können u.a. süchtig sein nach:

  • Tabak und Nikotin
  • Alkohol
  • Medikamenten
  • Cannabis
  • Illegale Drogen (Opioide, Amphetamine, Kokain, NPS etc.)
  • Glücksspiel
  • Computerspiel- und Medienabhängigkeit
  • Kaufsucht
  • weitere Verhaltenssüchte

Definition einer Sucht nach dem ICD-10:

Eine Sucht kann ein zunächst schleichender unauffälliger Prozess sein, der weder von den Betroffenen noch vom Umfeld als Suchtverhalten wahrgenommen werden kann. Folgende Kriterien können helfen eine Sucht zu erkennen: 

  • Starker Wunsch nach Konsum/ Schwierigkeiten den Konsum zu kontrollieren
  • Anhaltender Substanzgebrauch trotz schädlicher Folgen
  • Konsum ist wichtiger als andere Aktivitäten/ Verpflichtungen
  • Entwicklung einer Toleranzerhöhung
  • Körperliches Entzugssyndrom

Oftmals wird der missbräuchliche Konsum als eine mögliche Vorstufe einer Suchterkrankung betitelt. Beim missbräuchlichen Konsum erfüllt der Konsum bereits einen Zweck und geht über einen unbedenklichen Konsum hinaus.

Man kann unterscheiden zwischen stoffgebundenen Süchten, also der Abhängigkeit von einem konsumierten Mittel, und stoffungebundenen Süchten, also der Abhängigkeit von verschiedenen Verhaltensweisen.

Entstehung einer Sucht 

Bei der Entwicklung einer Sucht haben viele verschiedene Faktoren einen Einfluss, die die Entstehung fördern können. Dazu zählt unter anderem das Aufwachsen in einem Elternhaus, in dem es selbst süchtige Elternteile gab. Aber auch das Erleben traumatischer Situationen kann dazu führen, dass Betroffenen versuchen sich selbst zu betäuben. Es lässt sich außerdem ein starker Zusammenhang zwischen ADHS im Erwachsenenalter und Sucht herstellen.

In einer Familie mit Suchtproblemen kann sich kein Mitglied dem Geschehen entziehen

Kinder, die in Familien mit Suchtproblemen aufwachsen, sehen sich oft mit einer Vielzahl von Herausforderungen und potenziellen Gefahren konfrontiert. Die Auswirkungen von Suchterkrankungen in der Familie können weitreichend sein und verschiedene Bereiche des kindlichen Wohlbefindens beeinträchtigen.

Grundsätzlich gilt: Je jünger die Kinder sind, je länger sie den negativen Folgen der Suchtmittelabhängigkeit ausgeliefert sind, und je weniger bzw. später sie Hilfe erhalten, umso höher ist das Risiko einer eigenen Suchtentwicklung. Frühzeitige Intervention, Unterstützung durch soziale Dienste, Schule und Gemeinschaft sowie therapeutische Hilfe können dazu beitragen, die Auswirkungen von Suchterkrankungen auf Kinder zu minimieren und ihre Resilienz zu stärken.

Folgen einer Sucht

Suchterkrankungen können schwerwiegende medizinische Folgeerkrankungen bedingen, z.B. Sepsis, Abszesse und dauerhafte Schädigungen diverser Organe. Mit Suchterkrankungen können aber auch viele psychosoziale Probleme einhergehen: Überschuldung, Diskriminierungserfahrung und Delinquenz. Menschen mit einer Suchterkrankung nehmen sich häufiger das Leben. Zudem kann auch der Entzug diverser Substanzen unter Umständen lebensbedrohlich sein. Auch deshalb sollten Suchterkrankungen professionell behandelt werden.

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