Dissoziation

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Dissoziation

Was ist eine Dissoziation?

Dissoziation beschreibt in der Psychologie das Auseinanderfallen normalerweise zusammenhängender psychischer Funktionen wie Bewusstsein, Wahrnehmung, Gedächtnis, Identität oder Motorik. Dissoziationen können in extremen Stresssituationen erfolgen. Dies kann z.B. im Rahmen von traumatischen Erlebnissen oder psychischen Ausnahmezuständen sein. Dissoziationen dienen als Schutz für unsere Psyche. So können Situationen überstanden werden, die eigentlich nicht aushaltbar sind.

Es gibt unterschiedliche dissoziative Symptome. Depersonalisation meint eine veränderte Wahrnehmung sich selbst gegenüber („ich bin nicht ich selbst“), während einem bei Derealisation die Umwelt verändert scheint („meine Umwelt ist seltsam“). Bei einer Derealisation wird zum Beispiel die Umwelt als unwirklich wahrgenommen: Gegenstände können als zu nah oder weit entfernt, zweidimensional, verschoben oder surreal wahrgenommen werden. Betroffene erleben ihre Umwelt wie in einem Traum oder in einer verzerrten Realität. Bei Depersonalisation können einzelne Körperteile als zu klein oder zu groß, zu schwer oder zu leicht empfunden werden. Betroffenen können sich so erleben, als würden sie von oben auf ihren Körper herabblicken oder auch als ferngesteuert erleben. Im Rahmen einer dissoziativen Amnesie kann es zu Gedächtnislücken kommen. Betroffene können sich beispielsweise nicht mehr daran erinnern, wie sie genau von dem einen zu einem anderen Ort gekommen sind. Bei einer dissoziativen Fugue kann es dazu kommen, dass Betroffene ohne erkennbaren Grund weglaufen und dabei von extremer Angst und einem Gefühl von Heimweh angetrieben werden. Oftmals tritt gleichzeitig eine dissoziative Amnesie auf. Im Rahmen eines dissoziativen Stupors wirken Betroffene wie versteinert und reagieren nicht auf Ansprache obwohl sie bei Bewusstsein sind.

Im Unterschied zu Menschen mit einer Psychose oder Schizophrenie wissen die Betroffenen, dass ihr Empfinden nicht der Wahrheit entspricht.

Ursachen und Häufigkeit

In den meisten Fällen treten Dissoziationen nicht als eigenständiges Phänomen, sondern im Zusammenhang mit einer (psychischen) Krankheit auf. Insofern wird meist die zugrunde liegende Krankheit behandelt, nicht die Symptome an sich.

Traumatische Erlebnisse, (chronischer) Stress und Persönlichkeitsmerkmale können das Auftreten von dissoziativen Symptomen begünstigen. Auch Menschen ohne psychische Krankheit können hin und wieder abgeschwächte Formen von Derealisation und Depersonalisation erleben.

Schwerwiegendere Formen von dissoziativen Symptomen werden von ungefähr 2% der Bevölkerung erlebt. Da viele Medinziner*innen jedoch nicht ausreichend Wissen über Dissoziationen besitzen und Symptome ggf. falsch einschätzen, kann die Betroffenenzahl jedoch auch höher liegen.

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