
Magersucht, oder auch Anorexia Nervosa, ist eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung. Betroffene verlieren in akuten Krankheitsphasen Gewicht, nehmen sich gleichzeitig wegen der Körperschemastörung jedoch als zu viel war.

Magersucht
Die Betroffenen empfinden sich „als zu dick“, auch wenn sie teils erhebliches Untergewicht aufweisen. Magersucht kann mit einem hohen Leistungsdenken gepaart sein. Ca. 0,5- 1% der Frauen zwischen 12 und 25 Jahren leiden an Magersucht.
Magersucht wird durch folgende Symptome gekennzeichnet:
- absichtlich herbeigeführter, anhaltender Gewichtsverlust
- große Angst vor Gewichtszunahme
- Körperschemastörung
- Ständiges Wiegen
- Übermäßige sportliche Aktivität
- Nahrungstabus
Wie entsteht eine Magersucht?
Es gibt verschiedenen Gründe, die zu einer Entstehung einer Magersucht beitragen können: Ein hoher Leistungsanspruch, Mobbing oder Vernachlässigung können genauso Auslöser sein wie auch extreme Körperideale oder die Angst vor dem Erwachsenwerden. Die Reduktion des Essens wird von Betroffenen häufig als Form der Kontrolle wahrgenommen. Schnell verselbständigt sich dieses Verhalten aber, sodass betroffene jegliche Kontrolle darüber verlieren, wieder aufzuhören. Trotz der Gewichtsreduktion haben Betroffene noch immer das Gefühl, zu dick zu sein. Einige unterstützen ihren Gewichtsverlust zusätzlich mit Medikamenten (Appetitzügler, Abführmittel oder Entwässerungsmittel) oder führen selbst ein Erbrechen herbei. Betroffene können sich immer weiter zurückziehen und vermeiden es an gemeinsamen Mahlzeiten teilzunehmen.
Die Krankheit wird von der Familie und Freund*innen oft lange nicht wahrgenommen, da Magersüchtige sich oft überangepasst und unauffällig verhalten und ihr Gewicht bspw. durch größere Kleidung versuchen zu verstecken. Nicht selten können sie sich sowohl geistige als auch sportliche Höchstleistungen abverlangen, obwohl die Kraft des Körpers durch den Nahrungsmangel stetig nachlässt.
Die Folgen der Krankheit können sehr weitreichend sein und ein tödlicher Ausgang ist nicht selten
Die Krankheit kann zu schweren Entwicklungsstörungen in der Wachstumsphase führen. Der natürliche notwendige Gewichtsanstieg in der Wachstumsphase bleibt aus.
Langfristig kann es zu einer massiven Störung des Hormonhaushalts kommen, wodurch Haarausfall, trockene Haut sowie brüchige Nägel entstehen können.
Insgesamt reduzieren sich sämtliche Stoffwechselvorgänge auf ein Minimum. Zu weiteren Folgeerscheinungen gehören häufiges Frieren und Frösteln durch ein Absinken der Körpertemperatur (Hypothermie), Müdigkeit, mangelnde Konzentration und Schwindelgefühle durch ein Absinken des Blutdrucks (Hypotonie) sind ebenso festzustellen sowie eine Verlangsamung des Pulses.
Häufige Symptome können außerdem Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung, Blähungen oder Völlegefühl nach dem Essen sein. Wenn die Krankheit vor der Pubertät bereits einsetzt, können die lebensnotwendigen Entwicklungsphasen gehemmt und stark verzögert werden. Erst nach einer erfolgreichen Behandlung können diese dann normal abgeschlossen werden.
Eine Magersucht ist immer ein Zeichen für sehr schwerwiegende psychische Probleme
Hinter dem Hungern kann die Angst vor dem Erwachsen- und Selbständigwerden stehen. Der Sieg über den Hunger kann ein Triumphgefühl darstellen und gibt den Betroffenen ein Gefühl von Macht über ihren Körper, welche sie in anderen Lebenssituationen vielleicht nicht haben. Magersucht ist eine Krankheit, die unbedingt behandelt werden muss, da sonst die Gefahr besteht, dass sie chronisch wird oder die Betroffenen an den Folgen versterben.
Magersucht kann tödlich enden
Magersucht und Suizid, bzw. Suizidversuche können miteinander zusammenhängen. Rund 18% der meist weiblichen Betroffenen sterben infolge medizinischer Komplikationen oder Suizid durch die Anorexia nervosa. Magersucht ist somit die tödlichste psychische Erkrankung und bedarf deshalb zwingend professioneller Behandlung.
Literatur:
Kaplan M, McFarland B, Huguet N (2007): The relationship of body weight to suicide risk among men and women. The Journal of Nervous and Mental Disease 11: 948–51.
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