Binge Eating Disorder

Die Binge-Eating-Störung ist ein relativ neuer Krankheitsbegriff, der in den USA entwickelt wurde. „Binge-Eating“ lässt sich am einfachsten mit dem Wort „Essattacke“ übersetzen.
Wie bei der Bulimie kommt es auch beim Binge-Eating zu wiederholten Heißhungerattacken und Essanfällen, jedoch ohne anschließendes Erbrechen oder Missbrauch von Abführmitteln.

Binge Eating Disorder

Beim Binge-Eating erleben Betroffene sog. Essattacken bei denen sie in kurzer Zeit viel Essen konsumieren und einen Kontrollverlust erleben. Nach dem Essanfall haben Betroffene starke Schuldgefühle, die dann zu einem erneuten Essanfall führen können. Essanfälle können durch persönliche Stresssituationen, wie Konflikte, Einsamkeit oder belastende Situationen ausgelöst werden.
Binge-Eating betrifft etwa 2 % der Bevölkerung und ist damit die am häufigsten diagnostizierte Essstörung. Unter den Menschen mit Übergewicht leiden ca. 5 % an der Binge-Eating-Störung.

Betroffene essen oft allein und ziehen sich aus Scham zurück. Häufig versuchen Betroffene die Essattacken mit Hungerphasen auszugleichen. Diese Hungerphasen begünstigen jedoch das Neuentstehen von Essattacken. Menschen mit einer Binge-Eating Störung können übergewichtig werden, da die Nahrung im Gegensatz zur Bulimie im Körper verbleibt. Binge-Eating führt aber nicht zwingend zu einer starken Gewichtszunahme.

Eine Binge-Eating-Störung liegt dann vor, wenn mindestens an zwei Tagen in der Woche Essattacken auftreten und dies über einen Zeitraum von sechs Monaten geschieht.
Außerdem müssen drei der folgenden Punkte zutreffen:

  • Besonders schnelles Essen
  • Essen bis ein unangenehmes Völlegefühl einsetzt
  • Essen, ohne hungrig zu sein
  • Alleine essen aufgrund von Gefühlen der Schuld, Scham oder Peinlichkeit
  • Nach der Essattacke treten Gefühle von Ekel, Schuld oder Depressionen auf
  • Die Essattacken werden als belastend empfunden

Die Binge-Eating-Störung entwickelt sich häufig im Erwachsenenalter, kann aber auch später im Alter vorkommen. Häufig tritt die Störung gemeinsam mit weiteren psychischen Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder Zwangsstörungen auf. 

Wie bei den anderen Essstörungen auch, kann die Binge-Eating-Störung für Angehörige schwer zu erkennen sein, da die Betroffenen außerhalb ihrer Essattacken normales Essverhalten zeigen können. 

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